12 Juli 2017

Letztendlich sind wir dem Universum egal

So lautet der Titel des Buchs von David Levithan, das mich von Beginn an sehr gefesselt hat. Ein Jugendbuch wohlgemerkt, und dazu noch ein fantastisches.

A. ist 16 Jahre alt und wacht seit der Geburt jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal als Junge, mal als Mädchen, A. ist in allen Geschlechtern daheim. A. kennt das nicht anders, irgendwann ist alles "normal". In den 41 Tagen, die wir im Buch erleben, mäandert A. durch 41 Körper, lebt 41 verschiedene Leben für jeweils einen Tag. Mitternacht verbringt er stets schlafend.
Frühere Versuche, die nächtliche Metamorphose live erleben zu wollen, waren sprichwörtliche Zerreißproben für Körper und Geist.
Obwohl die jeweils übernommenen Leben immer nur kurz beschrieben werden können (sonst würde das Buch 3.000 Seiten dick), beschreibt der Autor einfühlsam und authentisch, wie verschieden sich unterschiedliche "Leben" anfühlen können.

Als sich A. dann eines Tages im Körper eines ziemlichen Arschlochs in dessen Freundin so verliebt, dass er den Versuch unternimmt, diese auch danach in anderer Gestalt wieder zu treffen, beginnt das Drama.

Mehr will ich gar nicht vorweg nehmen, lediglich die titelgebende Passage komplett zitieren:

Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere.
Letztendlich sind wir dem Universum egal.
 Dem Universum und der Zeit.

Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein.

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